Indemnitätsbrief (Letter of Indemnity; LOI)
Was ist ein Indemnitätsbrief (Letter of Indemnity; LOI)?
Ein Indemnitätsbrief (Englisch: Letter of Indemnity; LOI) ist ein rechtsverbindliches Dokument, das garantiert, dass bestimmte Bedingungen in einer Vereinbarung zwischen zwei Parteien erfüllt werden. Insbesondere in der Schifffahrtsbranche kann ein Indemnitätsbrief nützlich sein, wenn ein Versender wünscht, dass ein Spediteur etwas tut, dass außerhalb der Standardvorgehensweise liegt, damit eine Sendung weiter befördert wird.
Einige Beispiele, bei denen Sie einen Indemnitätsbrief einsetzen könnten:
– Freigabe von Fracht ohne Frachtbrief Wenn Versanddokumente verloren gehen oder nicht mit der Fracht ankommen, kann ein Frachtinteressent (in der Regel der Versender oder Empfänger) den Spediteur bitten, eine Sendung freizugeben, ohne dass ein Original-Frachtbrief vorliegt (um zusätzliche Liegegebühren und andere Gebühren zu vermeiden). In diesem Fall kann dem Spediteur ein Indemnitätsbrief ausgestellt werden, damit er abgesichert ist, falls ein Problem auftritt, nachdem die Sendung freigegeben wurde.
– Wenn eine Sendung an einen anderen Hafen geliefert wird. Der Frachtbrief einer Sendung gibt in der Regel den Hafen an, an den eine Sendung geliefert werden soll. Wenn sich aus irgendeinem Grund der Zielhafen ändert und damit den Bedingungen im ursprünglichen Frachtbrief widerspricht, kann ein Indemnitätsbrief die Änderung genehmigen und garantieren, dass alle zusätzlichen Gebühren durch den Frachtinteressent gedeckt werden.
– Wenn andere Änderungen an den ursprünglichen Frachtbrief-Bedingungen vorgenommen werden. Wenn der ursprüngliche Frachtbrief geändert oder aufgeteilt wird, kann ein Revers dem Frachtführer Schutz und die Befugnis geben, die Waren unter den neuen Bedingungen weiter zu transportieren.
– Wenn eine besondere Handhabung erforderlich ist. Wenn die Fracht spezielle Ausrüstung erfordert, wie z. B. temperaturkontrollierte Container oder zusätzliche Unterstützung für übergewichtige oder unausgewogene Fracht, kann ein Frachtführer um ein Indemnitätsbrief bitten, damit er bei möglichen Schäden abgesichert ist, die während der Beförderung oder beim Be- und Entladen auftreten können.
– Für nicht angenommene Fracht. Wenn der Empfänger die Lieferung aus irgendeinem Grund nicht annimmt, entbindet ein Indemnitätsbrief den Frachtführer von der Haftung/Verantwortung, sobald die Waren nicht mehr in seinem Besitz sind.
Ein Indemnitätsbrief muss alle beteiligten Parteien (Versender, Spediteur und gegebenenfalls Empfänger) eindeutig aufführen und sollte so viele Details wie möglich enthalten (d. h. Schiffsname, Herkunfts- und Bestimmungsort, Warenbeschreibung, Containernummer, Einzelheiten des ursprünglichen Frachtbriefs usw.). Er muss Informationen darüber enthalten, inwieweit der Spediteur haftbar ist (meistens wird eine vollständige Haftungsbefreiung gefordert), und sollte das Rechtssystem und den Gerichtsstand für den Fall einer Streitigkeit nennen.
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